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Billard – Die Farbe der Gemeinschaft

Text & Bilder: Patrick Jiranek

Billard ist mehr als nur ein Spiel – es ist eine Kunst des Vorausdenkens, ein Tanz aus Präzision, Strategie und Gelassenheit. Albert Einstein beschrieb es treffend als eine Sportart, die „das logische Denken eines Schachspielers und die ruhige Hand eines Konzertpianisten“ vereint. Doch Billard ist nicht nur ein Spiel der Technik und des Geistes – es ist auch ein Spiel der Vielfalt, der Begegnung.

Kaum eine andere Sportart bringt so vielfältige Menschen in einem analogen Raum zusammen. Am Billardtisch verschwimmen soziale Unterschiede: Der Heilpädagoge spielt mit dem Käser, der Schüler mit der Rentnerin, der Tramfahrer mit dem Manager. In unserem Billard Club Altstetten / Albisrieden reicht die Altersspanne von 12 bis 83 Jahre – vier Generationen, die sich respektvoll messen, voneinander lernen und gemeinsam lachen.

Billard schult nicht nur die Hand-Auge-Koordination, sondern auch den Geist. Gelassenheit ist entscheidend, denn Hektik führt zu Fehlern. Bewusstheit im Moment sorgt für präzise Stöße. Vorausschauendes Denken hilft, nicht nur den nächsten Ball zu versenken, sondern das ganze Spiel strategisch zu gestalten. Jeder Stoß ist eine Entscheidung–eine kleine Übung in Geduld, Selbstbeherrschung und analytischem Denken.

Die Faszination von Billard griff Martin Scorsese in Die Farbe des Geldes (1986) mit Paul Newman und Tom Cruise eindrucksvoll auf. Der Film zeigte die Sonnen- und Schattenseiten des Spiels – die Verbindung zum Glücksspiel, die Verführung des schnellen Geldes –, aber auch die Schönheit der Technik und die mentale Herausforderung des Sports. Plötzlich war Billard nicht mehr nur ein Kneipenspiel, sondern eine Disziplin, die Können, Strategie und Nervenstärke verlangt. Viele, die damals vom Film begeistert wurden, fanden den Weg in Billardclubs.

Doch während in Hollywood das Drama um hohe Einsätze im Vordergrund stand, ist es in der Realität oft genau das Gegenteil: Billard ist ein Spiel der Entschleunigung, der Konzentration, des bewussten Handelns – eine Schule des Denkens, frei von Glücksspiel. Und doch liegt diese Schule heute eher in einer Nische, hat die Popularität des Spiels stark nachgelassen. Und das, obwohl dieses Spiel so viele vereinende Möglichkeiten bietet.

Besonders stark zeigt sich die integrative Kraft des Spiels, wenn kulturelle Unterschiede sich auflösen. Das zeigt sich im Zusammenspiel unserer Jugendspieler: Mein 12-jähriger Sohn spielt regelmässig mit einem 14-jährigen Jungen, der vor drei Jahren aus Afghanistan kam. Sie verständigen sich problemlos über die Regeln von 8-, 9- und 10-Ball mit Respekt. Auf dem Tisch, wie im Verein, gilt: Die ganze Vielfalt ist willkommen.

Billard schafft Räume der Begegnung, die in unserer zunehmend polarisierten Welt selten geworden sind. Ein Billard Club ist mehr als ein Ort zum Spielen–er ist ein Ort der mentalen Stärke, der persönlichen Entwicklung und des Plauschs. Vielleicht liegt im MITEINANDER die wahre Faszination dieses farbenprächtigen Spiels.

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